Rezension: 20 Probleme aus dem EBV von Karl-Heinz Gursky
Posted on | September 7, 2010 | No Comments
20 Probleme aus dem EBV, Karl-Heinz Gursky, 8. Aufl. 2009, Carl Heymanns Verlag: 16,90 Euro
Das Buch von Gursky gehört in die Reihe „Klausurprobleme“ des Heymanns Verlags. Es enthält eine Auswahl der wichtigsten und bekanntesten und deshalb in Hausarbeiten und Klausuren immer wieder vorkommenden Streitfragen aus dem Bereich des Eigentümer-Besitzer Verhältnisses. Grob unterteilt enthält es Problematiken zum Herausgabeanspruch nach § 985, zu den sachenrechtlichen Schadensersatzansprüchen sowie zum Verwendungsersatz. Jedem der zwanzig Probleme ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das mit einem kurzen Beispielsfall einführt. Darauf werden dem Studenten kurz die Grundbegriffe zu diesem Thema erklärt sowie die Problematik daran knapp dargestellt. Im Anschluss daran stellt der Autor die einzelnen Theorien zu dem Problem dar sowie die Argumente, die der Student in einer Hausarbeit oder Klausur ebenfalls anführen können sollte. Nach der mehrseitigen Erörterung am Ende des Kapitels steht der Student allerdings immer noch alleine mit dem Problem da. Er muss aus der Fülle der Lehrbuchtheorien selbst zu einem Schluss kommen und selbst überlegen, wie er in einer Klausur galant den Abschluss einer solchen Argumentation darstellen soll; da es in einer Klausur wohl nicht reicht, allein die Argumente darzustellen, sondern vom Studenten immer eine eigene Stellungnahme erwartet wird, hat das Buch dahingehend eine Lücke. Gerade da das Buch dem Studenten beim Lösen eines Klausurfalls helfen soll, es allerdings selbst die Problematiken nicht klausurvorbildlich darstellt und sich um eine eigene Stellungnahme jedes mal windet, ist es insofern nicht anzuraten, sich im Klausurfall vollkommen auf das Buch zu verlassen.
Fazit: Das Buch ist – gerade für den fortgeschrittenen Studenten, der noch einmal in aller Kürze einen Überblick über einige Probleme des EBV erhalten will – gut geeignet. Für Klausuren oder das Schreiben von Hausarbeiten ist es mit Bedacht zu verwenden und kann keineswegs 1:1 übernommen werden. Der Preis ist nicht hoch, aber dann doch – auch angesichts der Fülle – nicht angemessen.
Verena Lerch
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